Kaum eine Videospiel-Plattform kommt ohne vernünftigen Fun-Racer aus. Während Nintendo dafür Mario Kart in der Hinterhand hält und Microsoft auf Kinect Joyride setzt, konzentriert sich Sony weiterhin auf die etablierte Modnation Racers Marke. Ein Franchise der sich primär durch Community-Kreationen ins Herz der Spieler fuhr. Ob der Vita Ableger an alte Erfolge anknüpfen kann, erfahrt ihr in unserem Testbericht.
In der Solo-Karriere von Road Trip dürften sich Spieler bei 30 Rennen, die auf 6 Meisterschaften aufgeteilt sind, austoben. Dabei startet man in einem Fahrerfeld bestehend aus 7 KI-Gegnern, deren Schwierigkeitsgrad je nach Meisterschaft variiert. Neben auf der Strecke verteilten Power-Ups (Waffen, Schilde usw), müssen Spieler primär das driften perfektionieren. Denn je länger ein Drift gehalten wird, desto mehr Geschwindigkeit behält man am Ende der Kurve. Gelingt einem Spieler der perfekte Drift, treten Flammen aus seinem Fahrzeug aus und er erhält einen Geschwindigkeitsschub. Gleichzeitig füllt sich durch das Driften auch die Boostanzeige, dank der man zusätzliche Geschwindigkeit abrufen kann.
Anders als in vorherigen Modnation Spielen, wurden Power-Ups für die Vita-Version zusätzlich in Farben eingestellt. So liegen auf der Strecke Orbs in unterschiedlichen Farben, die für bestimmte Gegenstandsklassen stehen. Nützlich wird das ganze dahingehend, weil Gegenstände sich nun aufrüsten lassen. So kann man mehrfach über Felder der gleichen Farbe fahren, um gespeicherte Waffen stärker werden zu lassen. Alternativ lassen sich die gespeicherten Waffen auch in einen Nitro-Bonus umwandeln. Am Ende liegt es dahingehend in der Hand des Spielers, wie er seine Power-Ups einsetzt.
Damit Spieler nicht zu schnell mit dem Karriere-Modus fertig sind, spendierte Sony dem Spiel einen Herausforderungsmodus. Dank diesem müssen Spieler auf jeder Strecke des Karriere-Modus, bestimmte Ziele erfüllen. So gilt es drei Gegner mit einer Rakete auszuschalten oder mehrere Kilometer zu driften. Die Ziele variieren dabei auf jeder Strecke. Schließt man Herausforderungen ab, erhalten Spieler neue Objekte für den Baumodus.
Wie schon im Konsolen-Ableger, liegt die Stärke von Modnation Racers: Road Trip im Kreativ-Modus. Hier dürfen Spieler ihren eigenen Avatar anpassen, Fahrzeuge umbauen oder Strecken erstellen. Dabei setzt Sony San Diego auf die Fähigkeiten der Vita. So wird der Streckenverlauf mit dem Finger gezeichnet oder Höhenunterschiede mit dem rückseitigen Touchpad festgelegt. Dadurch entwickelt sich der Bau-Modus zu einem sehr intuitiven Tool, um eigene Strecken auf den Bildschirm zu zaubern.
Falls der eigenen Kreativität dann Grenzen gesetzt sind, dürfen Gamer auch in den Kreationen anderer Spieler stöbern. Dabei achtete Sony darauf, dass Vita-Spieler die Inhalte der PS3-Spieler (und umgekehrt) nutzen können. So finden sich Millionen von Kreationen im Online-Modus. Vom Superhelden-Outfit über berühmte Filmfahrzeuge bis hin zu herausfordernden Strecken. Der Kreativität der Community scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. Zumal weltweit bereits über eine halbe Million Inhalte abrufbar sind.
Leider ist jedoch nicht alles Gold, was noch auf der PS3 glänzte. So spüren Gamer bereits in den ersten Runden, dass die Performance von Road Trip schwankt. So wird die spaßige Fahrt immer wieder von sporadischen Rucklern gestört. Wenn diese Ruckler mitten in einem perfekten Drift auftauchen, stellt sich beim Spieler schnell Frustration ein. Zumal die Grafik auch nicht auf dem Niveau ist, wo man Ruckler aufgrund von zuvielen Polygonen erwarten würde. Denn optisch ist Modnation Racers sicherlich nicht im oberen Drittel der Vita Launch-Titel anzuordnen. So nutzt das Spiel nicht einmal die volle Auflösung
Doch die Probleme hören nicht bei der Performance auf. So ist es zwar Möglichkeit Ad-Hoc Rennen gegen Freunde zu fahren, jedoch gibt es keinen Head-to-Head-Online-Multiplayer. Man darf sich zwar mit Geistern von anderen Spielern messen, jedoch ist das kein adäquater Ersatz für echte Online-Rennen. Denn sobald die Einzelspieler-Kampagne abgeschlossen wurde, gibt es kaum noch Motivation den Titel zu starten. Hinzu kommen ungewöhnlich lange Ladezeiten, wenig Innovation und eine Gummiband-KI. Diese sorgt immer wieder dafür, dass sich der Spieler nicht vom Hauptfeld absetzen kann. Was auf anfänglichen Strecken kein Problem ist, entwickelt sich auf höheren Schwierigkeitsgraden zum echten Motivationskiller. Denn wenn der erfahrene Vorsprung eh minimal ist, möchte man Gegner nicht künstlich herangezogen sehen.
[tabs tab1="Fazit" ]
[tab]In gewisser Weise ist es traurig. Obwohl Sony mit Modnation Racers einen soliden Fun-Racer im Portfolio hat, kann der erste Ausflug auf die Vita nur selten begeistern. Kurioserweise liegt das nicht am Umfang, sondern lediglich an den technischen Mängeln. Denn wer rast schon gerne über Buckelpisten, wenn die Strecke flach ist? Dadurch das die Performance immer wieder in den Keller geht, bleibt der Spielspaß einfach auf der Strecke. Zudem hätte Sony bewusst sein müssen, dass Fun-Racer im Jahr 2012 einfach einen Online-Modus benötigen. Geistdaten sind einfach kein ordentlicher Ersatz für Online Multiplayer-Duelle.[/tab]
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