Mit Resistance: Burning Skies findet der erste First-Person-Shooter seinen Weg auf die Playstation Vita. Dabei versucht sich erstmals Entwickler Nihilistic Software am Franchise, nachdem Insomniac Games die Arbeit an der Reihe beendete. Ob das Endprodukt so gut wie die vorherigen Konsolenversionen geworden ist, erfahrt ihr in unserem Testbericht.
Ähnlich wie die bisherigen Veröffentlichungen der Resistance-Reihe, spielt Burning Skies in der etablierten 50er Jahre Zeitlinie, in der ausserirdische Angreifer die Erde unterwerfen wollen. Nachdem bereits Europa der Chimera Invasion zum Opfer gefallen ist, starten die Aliens den Angriff auf die USA. Anders als in bisherigen Spielen der Reihe, steht jedoch mit Feuerwehrmann Tom Riley ein neuer Protagonist im Vordergrund. Als dieser während der Invasion seine Familie aus den Augen verliert und unfreiwillig in den Widerstand verstrickt wird, beginnt ein Abenteuer um Leben und Tod.
Wer jemals einen Teil der Resistance-Reihe gespielt hat, verbindet den Franchise mit drei Kern-Elementen: Eine melancholische Geschichte, coole Gadgets und eine dichte Atmosphäre. Leider gelingt es dem ersten Vita-Ableger nicht bei allen Elementen zu punkten. So wirkt das Szenario rund um den Feuerwehrmann zwar perfekt gewählt, jedoch scheitert es an der Umsetzung. Denn während Toms Beruf als Einstiegspunkt in die Geschichte dient, ignoriert man dessen Berufung danach nahezu komplett. So gibt es zwar einige Szenen in denen Tom Menschen aus brennenden Gebäuden trägt, jedoch müsste unser Protagonist dafür kein ausgebildeter Feuerwehrmann sein. Leider bleibt hier viel Potenzial auf der Strecke liegen.
Wo Resistance 3 noch groß mit melancholischem Unterton und abwechslungsreichen Leveln punktete, kann Burning Skies leider auch nur bedingt begeistern. So bleibt die Anzahl der Level überschaubar und nach dem Ende der fünf bis sieben Stunden langen Kampagne, dürfte es für Spieler kaum einen Wiederspielwert geben. Das liegt primär auch daran, dass die Story sehr gewöhnlich ist und nur wenige Highlights bietet.
Wenn die Vita gegenüber der PSP einen großen Vorteil hat, dann sind es ohne Frage die zwei Analogsticks. Wer jemals einen Shooter auf der Konsole gespielt hat, wird sich in “Burning Skies” direkt heimisch fühlen. Zwar muss man sich erst an die sehr sensiblen Sticks gewöhnen, jedoch kommt die Steuerung nah an das Konsolenvorbild heran. Wer ein wenig mit der Sensibilität der Sticks spielt, erhält eine nahezu perfekte Stick-Steuerung.
Trotzdem hat die Steuerung einen großen Knackpunkt. Da die Vita nur zwei Schultertasten besitzt, mussten zusätzliche Kommandos auf den Touchscreen ausgelagert werden. So wirft man Granaten per Klick vorderen Screen, stellt Schilde durch Wischbewegungen auf oder sprintet per Doppelklick auf den hinteren Touchscreen. Leider alles keine perfekten Lösungen. Gleichzeitig wurden alle sekundären Feuermodi auf den Touchscreen ausgelagert. So markiert man mit der Bulletpoint-Waffe und seinem Finger ein Ziel und feuert danach unzählige Salven auf den Gegner. Dadurch das die sekundären Feuermodi teilweise sehr wichtig sind, ist man immer wieder zum umgreifen gezwungen. Das sorgt dafür, dass man die Mobilität des zweiten Sticks verliert. Denn sobald man eine Hand vom Stick nimmt, wird man zum stehenden Ziel.
Trotzdem lebt Resistance von den coolen Gadgets, die Feuerwehrmann Tom während seiner Reise aufsammelt. So kommt erneut die Bohrer-Waffe zum Einsatz, mit der Gegner durch Wände hindurch getroffen werden können. Ebenfalls eingebaut wurde ein Waffen-Upgrade-System. Dafür findet man verteilt auf den Maps kosmische Würfel, die jeder Waffe bis zu sechs Upgrades gewähren.
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Leider macht die Technik dem Spielvergnügen oft einen Strich durch die Rechnung. So scheint Nihilistic Software bei den Comic Zwischensequenzen auf die falsche Videokomprimierung gesetzt zu haben. Denn Videos voller pixeliger Artefakte, gehören sicherlich nicht auf einen hochwertigen Handheld wie die Playstation Vita. Zudem kann die Grafik im Spiel auch nur bedingt punkten. So zeigt der Weitblick zwar oft stimmungsvolle Szenarien, jedoch wirken Texturen aus der Nähe sehr matschig. Das man hier ohne Frage bessere Arbeit leisten kann, zeigte zuletzt Uncharted: Golden Abyss. Erreicht wird das technische Potenzial meist nur in Bosskämpfen, die man ohne Frage als bildschirmfüllend betiteln kann.
Gelungen ist jedoch die deutsche Sprachausgabe. So wurden fast durchgängig markante Sprecher ausgewählt, die den Protagonisten leben einhauchen. Da sieht man teilweise auch über falsch betonte englische Wörter hinweg.
Ähnlich wie das große Konsolen Gegenstück, bietet Resistance: Burning Skies einen Online-Multiplayer-Modus. Hier dürfen bis zu 8 Spieler in drei Spiel-Modi gegeneinander antreten. Dabei gibt es das klassische Death-Match, Team Death-Match und den Überlebensmodus. In letzterem startet die Mehrzahl der Spieler als Mensch und kämpft um das eigene Überleben. Stirbt man durch die Hand der gegnerischen Chimera, wechselt man die Seiten und wird selbst zum Alien.
Eindrucksvoll im Online-Modus ist ohne Frage das Match-Making. So vergehen von der Auswahl der Spiel-Modi bis zur Fertigstellung der Sitzung gerade einmal 10 Sekunden. Das mag zum derzeitigen Zeitpunkt möglicherweise daran liegen, dass Resistance: BS frisch auf dem Markt ist. Trotzdem steigert es den Spaß am Multiplayer.
Während es in den ersten Tagen einige Probleme mit der Stabilität der Server gab, sind diese Probleme nach zwei Wochen komplett behoben. Ähnlich wie in anderen Online-Shootern, darf somit ohne Einschränkung Erfahrung gesammelt werden. Je mehr Erfahrung Spieler sammeln, desto bessere Perks sind verfügbar. Ebenfalls integriert wurden praktische “Near”-Features. Durch die sogenannten Infizierungen darf man befreundeten Spielern einen temporären XP-Bonus in Online-Partien gewähren. Diese Infektion dauert idR zwei Stunden. Je mehr Freunde man in der Near Liste hat, desto mehr Punkte dürfen gesammelt werden.
Wo die Single-Player-Kampagne eher enttäuschte, kann der Multiplayer-Modus auf ganzer Linie punkten.
[tabs tab1="Fazit"]
[tab]Resistance: Burning Skies hinterlässt ohne Frage einen gemischten Eindruck. Während die Einzelspieler-Kampagne keine Offenbarung ist, bietet der Online-Multiplayer stundenlange Unterhaltung. Trotzdem fühlt es sich nicht richtig an, da Resistance in der Vergangenheit primär durch die Einzelspieler-Kampagne punktete. So erlebten wir mit Nathan Hale und Joseph Capelli fantastische Abenteuer, die Lust auf mehr machten. Resistance: Burning Skies ist zum derzeitigen Zeitpunkt sicherlich der beste FPS für die Vita. Das ist aufgrund der fehlenden Konkurrenz aber keine Meisterleistung. Wenige große Bosskämpfe lassen das Potenzial zwar erkennen, jedoch steigern diese nicht die Motivation. Letztendlich bietet Burning Skies eine solide FPS-Erfahrung, die aber ohne Frage ihre Schwächen hat. [/tab]
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