Sehr mehr als fünf Jahren klettert, ballert und rätselt sich Nathan Drake durch die Weltgeschichte. Immer auf der Suche nach dem nächsten großen Schatz, der im Verlauf der Geschichte verloren ging. Nachdem bereits im letzten November Uncharted 3: Drake’s Deception für die Playstation 3 veröffentlicht wurde, startete Drake im Februar 2012 zu seinem ersten Handheld-Abenteuer. Ob die Schätze auf der Vita genauso hell wie auf der Playstation 3 funkeln, erfahrt ihr in unserem Testbericht.
Obwohl Golden Abyss bereits das vierte Abenteuer von Schatzjäger Nathan Drake ist, fungiert das Spiel als Prolog zu seinen bisherigen Geschichten. Dabei spielt die Story kurze Zeit vor Drake’s Schicksal, dass von Sony im Jahr 2007 veröffentlicht wurde. So ist Drake diesmal mit einem alten Freund (Jason Dante) in Panama unterwegs, um als Experte in dessen Grabungsstätte zu fungieren. Als Drake dabei dem Geheimnis der sieben goldenen Städte auf die Spur kommt, schlittert der Glücksjäger in weiteres Abenteuer.
Da Golden Abyss vor Drake’s Schicksal spielt, muss Drake diesmal auf alte Bekannte wie Chloe, Cutter oder auch Elena verzichten. Trotzdem müssen Fans keine Angst haben, dass Nathan alleine auf Schatzsuche geht. So unterstützt ihn diesmal die smarte Archäologin Marissa Chase, die stark an Elena und Chloe erinnert. Diese fungiert als Stimme des Spielers, wenn Drake wieder einmal in luftiger Höhe klettert. Ebenfalls mit an Board ist natürlich auch Sully, der jedoch erst im späteren Verlauf des Abenteuers auftaucht.
Dadurch das es sich um ein Handheld-Spiel handelt, achtete Entwickler Bend auf eine annehmbare Kapitel-Länge. So ist die knapp 8 Stunden lange Kampagne auf 34 Kapitel aufgeteilt. Dabei hat jedes Kapitel die richtige Länge, um zusammenhängendes Material während einer Busfahrt zu vermitteln. Folglich kommt auch keine Langeweile auf, weil das Pacing stimmt.
Spielerisch erinnert Golden Abyss stärker an Uncharted 1, als an die darauf folgenden Sequel. So liegt der Fokus diesmal erneut auf den Kletterpartien und Erkundungen, während Uncharted 2 und 3 primär durch eine hollywoodreife Inszenierung punkteten. Das ist zwar grundsätzlich kein Problem, wirkt aber schon wie ein Bruch mit der bisherigen Entwicklung.
Zudem hat man teilweise den Eindruck, dass Golden Abyss die stärken der Vita demonstrieren soll. So dürfen Spieler mit dem vorderen Touchscreen Kletterwege vorzeichnen, Schatzkarten mit Kohle per Wischbewegung abpausen oder Seile mit dem hinteren Touchscreen hochklettern. Obwohl viele dieser Touchscreen-Elemente sehr logisch wirken, schwebt ein minimaler Tech-Demo Geruch in der Luft. Denn auf der letzten E3 versprach Entwickler Bend mehrfach, dass alle Touchscreen-Features optional sein werden. Ein Versprechen das im finalen Produkt nicht gehalten wurde.
Denn nicht jedes integrierte Touchscreen-Feature, wirkt letztendlich komplett durchdacht. So macht es sicherlich Sinn, wenn Drake Schatzkarten mit Kreide und dem vorderen Touch-Screen abpaust. Gleiches gilt für das entstauben von Artefakten, die mit dem hinteren Touchscreen gedreht und mit dem vorderen Touchscreen vom Schmutz befreit werden. Doch nicht jedes dieser Feature ist so gut integriert. So macht es z.B. nur sehr wenig Sinn, wenn Spieler im Nahkampf Wischbewegungen ausführen müssen. Denn durch diese spontanen Touch-Elemente, werden Gamer immer vom regulären Tasten-Layout weggezogen. Je nach Sitzposition, muss sogar aufwendig umgegriffen werden.
Zudem geht gerade beim Vorzeichnen eines Kletterpfads der Anspruch verloren. Die Kletterpartien waren in Uncharted selten eine große Herausforderung. Wenn man nun jedoch mit dem Finger den Pfad vorzeichnet, eliminiert man den Raum für Fehler komplett. Denn wenn der vorgezeichnete Weg nicht sicher ist, wählt Drake eigenständig alternative Routen.
Selbst wenn die Touch-Features teilweise eher aufgesetzt wirken, überzeugt die Portierung durchgängig. Es bleibt einfach ein kleines Wunder, dass wir so hochwertige Grafik bei einem Launch-Spiel sehen. Denn Uncharted: Golden Abyss setzt die Messlatte verdammt hoch. Zwar müssen Spieler mit einem minimalen Kantenflimmern und gemalten Hintergründen leben, jedoch sieht der Titel wunderschön aus. Egal ob man dabei im dichten Dschungel oder in schummrigen Höhlen unterwegs ist. Teilweise ist es einfach atemberaubend, welche Technik dem Spieler in die Hand gelegt wirkt. Das wird auch gerade bei den Wassereffekten spürbar, die sich deutlich von der Masse abheben.
Dank der zwei Analogsticks, fühlen sich Konsoleros auch direkt heimisch. So ist die Steuerung mit zwei Sticks präzise und sorgt für wenig Frustmomente. Selbst die zwei fehlenden Schultertasten, werden dank Touch-Screen-Granaten nicht vermisst.
Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Schätze, die Drake während seiner Reise einsammeln kann. So gibt es in jedem Level diverse Foto-Spots oder Juwelen, die vom Spieler gefunden werden möchten. Obwohl es sich dabei um keine große Sache handelt, fügt es sich perfekt in das Spiel ein. Schließlich macht es für einen Schatzsucher wie Drake Sinn, dass er Abseits des Weges nach Artefakten sucht.
Interessant ist auch die Intergration von Sonys “Near”-System. So droppen Gegner per Zufallsprinzip seltenen Loot, der sich in diverse Kategorien einteilen lässt. Von Sammelkarten bis hin zu Schätzen, finden Gamer unzählige Gegenstände. Diese Items können mithilfe des “Schwarzmarkt”-Features mit anderen Spielern getauscht werden. Verbunden mit jedem Gegenstand, ist dabei auch ein kurzes Sprachfile von Drake oder Sully, dass über die Items aufklärt. Durch das “Schwarzmarkt”-Feature dürften Spieler auch nach Spielabschluss, erneut die Welt von Golden Abyss abtauchen.
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Selbst wenn Uncharted: Golden Abyss nicht an die Erfolge von Uncharted 2 und Uncharted 3 anschließen kann, ist Drakes erstes Handheld-Abenteuer ein voller Erfolg. So gehört der Titel ohne Frage zu den stärksten Spielen im Launch Line-Up und überzeugt in fast allen Belangen. Hätte Entwickler Bend die Touchscreen-Elemente als optionales Feature eingebaut, wäre der Gesamteindruck vermutlich noch besser. Ob der Verzicht auf die cineastischen Elemente die richtige Entscheidung war, muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden. Nach zwei zuletzt sehr durchgeskripteten Abenteuern auf der Konsole, wirkte Golden Abyss wie eine gelungene Abwechslung. Denn selbst wenn das Spiel nicht von Naughty Dog entwickelt wurde, ist Golden Abyss ein rundherum gelungenes Uncharted Abenteuer. [/tab]
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Wir bedanken uns bei Sony Computer Entertainment Deutschland für die freundliche Bereitstellung einer Testversion.
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